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Pflege nach Schlaganfall: Was Angehörigen hilft


Bild: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Ein Schlaganfall teilt das Leben in ein Davor und ein Danach - nicht nur für Betroffene, auch für Partner oder Partnerin. Letztere müssen dann oft in eine ganz neue Rolle schlüpfen: die der Pflegeperson. 

So zeigen Befragungen, dass Partnerinnen und Partner nach einem Schlaganfall meist den größten Teil der Versorgung übernehmen - zum Teil komplett ohne Unterstützung von anderen Familienmitgliedern oder professionellen Diensten. 

«Das macht diese Menschen sehr verletzlich: Fällt die Hauptpflegeperson aus, gerät schnell die gesamte Versorgung in Gefahr», so der Pflegewissenschaftler Christian Voigt von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Welche Herausforderungen erleben pflegende Partnerinnen und Partner typischerweise - und was hilft ihnen, besser mit ihnen umzugehen? 

Wesensveränderungen können Angehörige belasten

Früher war der Ehemann die gelassenste Person der Welt - jetzt ist er immer öfter aggressiv oder ungeduldig? Je nachdem, welche Hirnareale bei einem Schlaganfall Schaden genommen haben, können Wesensveränderungen die Folge sein - eine große Belastung für Angehörige. 

Wohnt man gemeinsam unter einem Dach, fehlen zudem oft Rückzugsmöglichkeiten. Pflegende Angehörige sind somit ständig verfügbar - das schlaucht. «Viele stellen die Bedürfnisse der Betroffenen konsequent über ihre eigenen. Dabei gerät ihre Gesundheit aus dem Blick», sagt Christian Voigt. Hobbys, Freundschaften oder Sport fallen gerne mal weg - und damit wichtiger Ausgleich. Denn all die Pflegeaufgaben, die sich ansammeln, kosten Zeit und Kraft.

Doch die Pflege kann auch positive Seite haben, so der Pflegewissenschaftler. «Viele Angehörige pflegen gerne, es ist ihnen eine Herzensangelegenheit. Oft berichten sie, dass sich durch die Pflege die Beziehung intensiviert habe.»

Niemand muss die Pflege ganz allein wuppen

Doch: Nur wer gut auf sich selbst achtet, hat genug Kraft, um für andere da sein. Gut also, wenn pflegende Angehörige regelmäßig Aktivitäten einplanen, die ihren Akku wieder aufladen. Christian Voigt rät zudem, auf Warnzeichen für Überlastung zu achten, etwa:

  • dauerhafte Erschöpfung
  • Schlafprobleme
  • das Gefühl, nie Zeit für sich zu haben

Bemerken pflegende Angehörige diese, sollten sie gegensteuern - und nach Unterstützungsmöglichkeiten suchen. «Niemand muss alles allein schaffen», so der Experte. Ein guter erster Schritt ist, einen Termin bei einem Pflegestützpunkt oder einer kommunalen Pflegeberatungsstelle auszumachen. Dort können sich pflegende Angehörige informieren über Entlastungsangebote, Leistungen der Pflegeversicherung und auch Pflegekurse. Hier lernen Angehörige von Fachleuten, was die Pflege erleichtert - zum Beispiel rückenschonende Hebetechniken. 

Auch der Austausch mit Menschen in einer ähnlichen Situation kann erleichtern. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bietet auf ihrer Webseite eine Suche nach Selbsthilfegruppen für Angehörige an.


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(23.10.2026)